Einer, der reden will und wen fragt, was er reden darf, der ist kein Redner sondern ein Hampelmann des Gefragten. Einen solchen Typus gibt es in der antiken Rhetorik nicht. Solche rückgratlosen Gesellen sind Kreaturen der Neuzeit. Der Redner fragt nicht, er stellt sein Persönlichkeit in den Dienst einer Idee, die mit ihm eins wird, wenn er Redner ist. Er stellt dar, was er in seiner Zeit für notwendig erachtet. Er formt sich als Typus, der das Ideal mit Sinn erfüllt und rhetorisch äußert. Der Redner ist immer Geschichtsbildner, er will wandeln, was ist. Und daher steht das Ideal, das er fordert, in anderer Gestalt da, als es ohne ihn da wäre. Die Nation deren Wandlung der patriotische Redner fordert, steht anders in der Geschichte, wenn die Wandlung vollzogen ist. Es ist daher vollständiger Unsinn, zu fordern, auf Historie zu verzichten, um nicht rückwärtsgewandt zu erscheinen. Der Historiker aber ist nach Schlegel ein rückwärtsgewandter Prophet und der politische Rhetor wendet nur das Rückwärtsgewandte nach vorn. Immer aber ist Prophetie des gegenwärtig notwendigen Ideals das Geschäft des geistig wirksamen Menschen.
Die Themen des Redners sind sein und niemandes anderen Besitz. Sonst ist er keiner. Die AfD hat Rhetoren in deren Wesen auszuhalten.
Sie müssen unbändig sein, weil sonst der Tod der herrschenden Verhältnisse obsiegt.