Auf dem Bundesjugendkongress der Jungen Alternative (JA) am vergangenen Wochenende in Bottrop wurde überraschend das bisher relativ unbekannte JA-Neumitglied Philipp Meyer aus Thüringen zum Vorsitzenden gewählt. Unser PP-Kamerad Markus Frohnmaier musste sich ihm mit 93 zu 105 Stimmen (4 Nein-Stimmen, insgesamt 202 Stimmen) nur denkbar knapp geschlagen geben.

Entgegen verschiedener Äußerungen über Flügelkämpfe seitens des geschiedenen Bundesvorstandes der JA wurde mit Meyer ein Kandidat gewählt, der vom sogenannten liberalen Flügel als jemand mit patriotischen Grundzügen und konservativen Werten identifiziert und daher ins Rennen geschickt wurde. Der Annäherungsversuch des „liberalen“ Lagers an das „konservative“ Lager darf somit wohl als geglückt gelten.

Patriotisch zu sein wurde demnach als verbindendes Element der JA anerkannt. Es verwundert daher auch nicht, dass mit sehr großer Zustimmung ein Programmatikantrag beschlossen wurde, der das Erlangen eines positiven Bildes von Patriotismus fördern will.

Nachdem Philipp Meyer bis auf die Lippenbekenntnisse in seiner Bewerbungsrede allerdings bisher weder als Konservativer noch als Patriot in Erscheinung getreten ist, bleibt abzuwarten, wohin sich die Junge Alternative unter seiner Führung entwickeln wird. Wie es Usus ist, geben wir ihm gerne Zeit, seinen Worten Taten folgen zu lassen.

Es wird sich zeigen, ob er als Vorsitzender in der Lage ist, wie versprochen die verschiedenen Flügel zu einen und alle gemeinsam zum Erfolg zu führen. Weiterhin darf man gespannt sein, wie sich das Verhältnis zur Thüringer AfD-Fraktion gestaltet, da Fraktionsführer Björn Höcke bisher gute Kontakte zur JA und dabei vor allem zu Markus Frohnmaier gepflegt hat.

In diesem Zusammenhang ist es auch interessant zu beobachten, für welche Gastredner sich der ehemalige Bundesvorstand entschieden hatte: die MdEPs Prof. Bernd Lucke, Bernd Kölmel und Markus Pretzell. Es wäre sicherlich dem Zusammenhalt beziehungsweise dem inneren Frieden dienlicher gewesen, auch einer der konservativen Stimmen wie beispielsweise MdEP Beatrix von Storch oder einem der Ost-Fraktionsvorsitzenden Frauke Petry, Alexander Gauland oder eben Björn Höcke Raum zu geben. Davon abgesehen waren die Grußworte und auch das Verhalten unserer liberalen AfD-Prominenz auf dem Kongress sehr aufschlussreich. Es sollte klar sein, dass es die Junge Alternative nicht nötig hat, Spielball in der Machttektonik der Mutterpartei zu sein und Bemühungen in dieser Richtung in Zukunft entschieden entgegentreten werden sollte.

Als Ergebnis des Kongresses bleibt festzuhalten, dass knapp die Hälfte der anwesenden JA-Mitglieder sich offensichtlich gut inhaltlich mit den Leitlinien der Patriotischen Plattform, die durch Markus Frohnmaier verkörpert wurden, identifizieren können. Frohnmaier hielt eine hervorragende Rede, die über die Lager hinweg gelobt wurde und heimste auch viel Beifall für seine bisherigen Verdienste für die JA und die AfD in Baden-Württemberg ein. Kein anderer JA-Politiker ist in den letzten Monaten weiter gereist, hat mehr Veranstaltungen organisiert, den Kontakt zu anderen Jugendorganisationen gesucht und so viele Landesverbände zusammengebracht. Leider entschieden sich die Mitglieder nicht für eine Führungspersönlichkeit mit klarem Profil, sondern für einen unbekannten Neuling. Das nächste Jahr wird zeigen, ob diese Entscheidung erfolgversprechend war. Wir wünschen dem neuen Vorstand jedenfalls viel Erfolg und gute Zusammenarbeit!

Für alle Patrioten in der JA gilt weiterhin, dass wir uns miteinander für die Zukunft unserer Nation und unserer Kinder einsetzen werden. Dabei spielt auch die Programmarbeit eine wichtige Rolle. Wie bisher werden wir versuchen, mehrheitsfähige Inhalte und mögliche Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Generation (Demographischer Wandel, Einwanderung, Wirtschaftskrise etc.) zu finden, denn diese Probleme gehen alle an, ob „liberal“ oder „konservativ“.

Die Junge Alternative wird nicht miteinander, sondern mit Verstand statt Ideologie FÜR Deutschland streiten!

Jens-Christoph Brockmann, Matthias Grundstein, Jean-Pascal Hohm, Alexander Jungbluth, Martin Kohler, Felix Koschkar, Dubravko Mandic, Maximilian Mitwalsky, Benjamin Nolte, Tanja Papenhoff, Thomas Reinemann, Lars Steinke, Kristijan Vlasic