Die EU-Hochschulminister haben mit dem sog. „Bologna-Prozeß“ der deutschen Universität schweren Schaden zugefügt. Die neu eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge haben das Studium bürokratisiert, verschult und ohne Not verkompliziert. Die akademische Freiheit wird in ein Korsett aus Studienmodulen gepreßt, die Studenten werden bevormundet, das Leistungsniveau wird nivelliert.

Ein Wechsel des Studienorts ist schon innerhalb Deutschlands schwerer als zuvor, noch schwerer aber ist ein Wechsel der Hochschule auf europäischer Ebene. Die Mobilität im Studium – eines der erklärten Ziele des Bologna-Prozesses – wurde gerade durch Bologna förmlich erstickt. Die Strukturierung des Studiums in Module fördert ein oberflächliches und verdummendes Lernen. Die Studenten haben keine Freiheit mehr, Themen zu vertiefen, Schwerpunkte zu setzen oder Lehrinhalte kritisch zu hinterfragen.

Begründet wurde dieser Irrsinn mit der Herstellung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes. Das aber wäre, wenn es überhaupt gelänge, das Ende der europäischen Wissenschaft. Die Stärke der abendländischen Kultur besteht in der Verschiedenheit der europäischen Nationen innerhalb einer verbindenden Kulturtradition. Die Hochzeit der europäischen Wissenschaft im 19. Jahrhundert war zugleich die Hochzeit der nationalstaatlichen Ordnung. Indem die EU diese Vielfalt durch eine graue Einheitsnorm ersetzt, zerstört sie die Grundlage der europäischen Wissenschaft.

fb-8