Der Bundesvorstand der AfD hat sich gestern von Björn Höckes umstrittenen Äußerungen zum Reproduktionsverhalten der Afrikaner distanziert, indem er klargestellt hat, sie seien Björn Höckes Privatmeinung.

Wir begrüßen, daß ein Parteiordungsverfahren im Bundesvorstand keine Mehrheit gefunden hat. Wir fragen uns aber, welchen Sinn diese Distanzierung haben soll, da Björn Höcke selbst sich schon vor fünf Tagen von seinen Äußerungen distanziert und im übrigen nie behauptet hat, mit ihnen die Meinung der Partei wiederzugeben.

Der Bundesvorstand selbst schafft, indem er Björn Höckes Äußerungen aus einem mittlerweile vier Wochen alten Vortrag vor einem kleinen Institutspublikum zum Dauerthema macht, den Skandal, der es dann rechtfertigen soll, gegen Höcke vorzugehen. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß hier die Gelegenheit genutzt werden soll, um einen unliebsamen Konkurrenten zu erledigen.

Dies umso mehr, als die Frau Bundesvorsitzende in einem MDR-Interview noch ein gutes Stück über die Erklärung des Bundesvorstandes hinausgegangen ist und Björn Höcke den Rücktritt nahegelegt hat. Das wiederum ist nur ihre Privatmeinung, die von der Presse allerdings so dargestellt wird, als sei es die Meinung der Partei.

Während die allgemeine Empörung über nonkonforme Meinungsäußerungen uns eher nützt, ist der Eindruck der Zerstrittenheit Gift für den Erfolg der Partei. Am 13.3.2016 wird in drei Bundesländern gewählt. In der Vorwahlkampfzeit einen solchen Streit vom Zaun zu brechen, erscheint uns unverantwortlich.

Björn Höckes Äußerungen zum Reproduktionsverhalten der Afrikaner waren unglücklich und er selbst hat sie klargestellt. Eine angemessene Reaktion des Bundesvorstandes wäre gewesen, die Sache auf kleiner Flamme zu kochen und etwa zu erklären, daß man Rassismus ablehne und zusammen mit Björn Höcke (!) die mißverständlichen Äußerungen bedauere.

Die Patriotische Plattform steht ohne Wenn und Aber zu Björn Höcke. Björn Höcke begeistert die Menschen, er ist ein aufrichtiger Patriot, ein ehrlicher Idealist und unverzichtbar für die AfD. Wir können uns eine AfD ohne Björn Höcke nicht vorstellen.

Der Vorstand der Patriotischen Plattform

ERGÄNZUNG (19.12) ZUR STELLUNGNAHME „LASST UNSEREN BJÖRN HÖCKE IN RUHE“

Unsere letzte Stellungnahme zur causa Höcke könnte den Eindruck erwecken, Björn Höckes Stellung in der Partei sei ernstlich gefährdet und der Bundesvorstand trüge daran eine Mitschuld.

Nach Informationen, die uns mittlerweile vorliegen, ist beides nicht der Fall. Wir betonen, daß keinerlei Ordnungsmaßnahmen – nicht einmal eine Rüge, geschweige denn ein Ausschlußverfahren – beschlossen wurde. Dies ist als das wesentliche Ergebnis des gesamten Vorgangs zu werten.

Der Bundesvorstand ist in der überwiegenden Mehrheit seiner Verantwortung für die Einheit der Partei und die Meinungsfreiheit in der Partei gerecht geworden. Eine geringe Minderheit, die im Lucke-Stil gegen Parteimitglieder vorgehen wollte, hat auf ganzer Linie eine Niederlage erlitten. Den standhaften Mitgliedern des Bundesvorstandes sei dafür unser Dank ausgesprochen. Sie haben den Schaden, der dadurch entstanden ist, daß diese Sache in die Öffentlichkeit getragen wurde, minimiert.

Der Vorstand der Patriotischen Plattform