Wir alle erwarten von dem Parteitag in Essen eine Richtungsentscheidung. Viel zu lange schon scheuen wir das faire Ringen um Mehrheiten in offenen Debatten, beschwören stattdessen aus falscher Harmoniesucht einen Scheinkonsens und verdrängen Auseinandersetzungen in Schichten, wo sie vor sich hin gären und das Klima unserer Partei vergiften. Die Partei braucht Klarheit! Ein echter Konsens will hart erarbeitet und verhandelt sein.
Richtungsentscheidung heißt so gerade nicht Spaltung oder Abspaltung – im Gegenteil! Indem wir der Partei Richtung und Form geben, indem wir die offene und sachliche Auseinandersetzung suchen, verhindern wir gerade, daß die Partei in Orientierungslosigkeit zerfällt.

Ich will:

Einigkeit herstellen!

Damit eine Partei zusammenhält, muß sie von ihren Mitgliedern als politische Heimat empfunden werden. Wir haben bislang nicht genug getan, um ein solches Heimatgefühl zu erzeugen. Der Mißbrauch von Ausschluß- und Amtsenthebungsverfahren zur Bekämpfung politischer Konkurrenten muß enden!
Ebenso müssen die Sprecher der Partei das aussprechen, was die Basis denkt. Die Führung der Partei muß die Meinung einzelner Mitglieder tolerieren und die Entscheidung der Mehrheit akzeptieren. Viel gefährlicher als der Streit verschiedener Strömungen ist die Kluft zwischen Basis und Führung. Die Führung darf nicht, verführt von den Lockungen der Macht, abheben und sich wie in den etablierten Parteien der Basis entfremden. Ich will alles dafür tun, das zu verhindern.

Mitglieder aufnehmen!

Viele Mitgliedsanfragen werden aus Kleingeisterei, politischer Engstirnigkeit und Übervorsicht abgelehnt. Götz Kubitschek ist nur das prominenteste Beispiel. Es gibt viele andere! Diese restriktive, an den Verdikten eines linken Skandalisierungsjournalismus orientierte Aufnahmepolitik muß enden. Prüfung von Mitgliedern ja, aber Ablehnung nur aus handfesten Gründen! Jeder, der sich uns zurechnet, soll mitmachen dürfen, so lange er die Partei nicht schädigt und sich glaubhaft zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt.

Mut zur Alternative zeigen!

All unsere Anstrengungen sind vergeblich, wenn wir das Elend der etablierten Politik nicht klar beschreiben und eine Alternative dazu bieten. Nicht nur in der Eurofrage, in allen Fragen, in denen die etablierten Parteien nicht mehr diskutieren und ihre Einheitsmeinung für alternativlos erklären, müssen wir einen Gegenstandpunkt einnehmen und so demokratischen Meinungsstreit wieder ermöglichen. Das ist unsere historische Aufgabe. Wir sind die Alternative für Deutschland, nicht das Gleiche in blau für Deutschland!

Programmarbeit entbürokratisieren!

Programmarbeit ist Sache der ganzen Partei und kein Monopol von Ausschüssen, die von den Vorständen besetzt werden, nur den Vorständen gegenüber verantwortlich sind, in denen die Vorstände das letzte Wort haben und die und im übrigen mit strengem Schweigegelübde versehen sind. Wie soll so die notwendige Diskussion und Meinungsbildung in der gesamten Partei in Gang kommen? Jedes Mitglied sollte in dem Fachausschuß seiner Wahl mitarbeiten dürfen; die Arbeit der Ausschüsse muß zur Partei hin offen sein; Arbeitsgruppen, die sich spontan gebildet haben und durch gute Papiere überzeugen, sind anzuerkennen.

Was ich im Bundesvorstand erreichen will in einem Satz: Ich will die AfD zu einer unangepaßten, ebenso patriotischen wie demokratischen Volkspartei entwickeln, die sich erkennbar von allen etablierten Parteien unterscheidet, die offen debattiert und in der Zusammenhalt groß geschrieben wird. Deshalb kandidiere ich für den Bundesvorstand.

Hans-Thomas Tillschneider (Sprecher der Patriotischen Plattform und Kandidat für den Bundesvorstand der AfD)