Es sei ein „Zeichen gelungener Integration“, dass die Wahlbeteiligung zur türkischen Präsidentschaftswahl in Deutschland mit 10% gering ausgefallen sei, heißt es einhellig aus Politik und Medien. Eine manipulative Behauptung, die nicht leicht ihresgleichen hat.

Man hört es immer wieder aus Funk und Fernsehen: Die Integration der Türken und natürlich auch aller anderen Ausländer in Deutschland sei hervorragend. Es wird sogar offen darauf verwiesen, dass die Sorgen um die Konsequenzen der doppelten Staatsbürgerschaft unberechtigt gewesen seien und sich zukünftig türkische Politiker Wahlkampfauftritte in Deutschland sparen könnten. Zehn Prozent, das klingt auf Anhieb nicht nach viel, aber so wie immer liegt die Wahrheit bekanntlich im Detail. Denn es gab nur sieben Wahllokale, nämlich in Karlsruhe, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Essen, Hannover, München und Berlin. Und genau das ist auch das wichtige Detail, diese sieben Wahllokale.

Es ist Meinungsmanipulation

In Hamburg – Zahlen zum gesamten Bundesgebiet konnten nicht ermittelt werden – gab es zur Bundestagswahl, einer von der Wichtigkeit her vergleichbaren Wahl, 1276 Wahllokale. Das heißt im Durchschnitt haben in jedem Hamburger Wahllokal zur Bundestagswahl 706 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. Zur türkischen Präsidentschaftswahl haben jedoch in jedem Wahllokal 20000 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben. In jedem Wahllokal wurden also – in Relation zu den Wahlberechtigten – 28mal mehr Stimmen abgeben als in den Wahllokalen zur Bundestagswahl.

Man bedenke, dass die Wege zu diesen Wahllokalen teilweise hunderte Kilometer lang waren und somit nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld investiert werden musste, nur für den Zweck in ihrem Herkunftsland, dass auf sie eigentlich keinen Einfluss mehr haben sollten, den Präsident mitbestimmen zu können. Es stellt sich somit heraus, dass die meisten Politiker und Journalisten nicht nur falsche Aussagen getroffen haben, sondern die Tatsachen verdrehen. Diesen Personen kann Meinungsmanipulation vorgeworfen werden.

Die Integration der Türken in Deutschland ist nicht nur nicht besonders gut fortgeschritten, sondern sie hat so gut wie gar nicht stattgefunden. Eine Person, die Kosten und Mühen so wenig scheut, um an einer Wahl des Herkunftslandes teilzunehmen, muss immer noch eine ausgeprägte Verbindung zum diesem besitzen und beweist damit, dass die Sorgen um den Doppelpass nicht nur berechtigt, sondern real sind. Gelungene Integration jedenfalls sieht ganz anders aus.